Die Ursprünge der Hospizidee reichen bis ins frühe Mittelalter zurück, als entlang großer Pilgerrouten Herbergen entstanden, die Reisenden sowie kranken und sterbenden Menschen Schutz, Pflege und Gastfreundschaft boten. Diese Tradition der Fürsorge wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert weitergeführt und später zur modernen Hospizbewegung weiterentwickelt, deren entscheidende Impulse von der englischen Ärztin Cicely Saunders ausgingen, die 1967 mit dem St. Christopher’s Hospice das erste Hospiz neuen Typs gründete. Heute steht die Hospizidee dafür, Menschen am Lebensende Raum, Begleitung und Würde zu schenken – getragen von dem Grundgedanken, Leid in all seinen Dimensionen zu lindern und bis zuletzt Lebensqualität zu ermöglichen.
Der Hospizverein Landshut versteht Hospizarbeit als die zugewandte und achtsame Begleitung von Menschen in der schwierigen letzten Phase ihres Lebens. Sie schließt das soziale Umfeld der Menschen mit ein und bietet Hilfestellungen an, um den bevorstehenden Abschied zu bewältigen. Wenn die Familie es wünscht, begleiten wir sie auch über den Tod des Angehörigen hinaus in ihrer Trauer.
Hospiz betrachtet das Sterben als einen natürlichen Teil des Lebens, als einen Vorgang, der weder verkürzt noch künstlich verlängert werden soll. Diese lebensbejahende Grundhaltung schließt eine aktive Sterbehilfe aus. Unser Ziel ist es, dass die Kranken und alten Menschen mit möglichst geringen Beschwerden bis zuletzt erfüllt leben können, umsorgt von Familie, Freunden und Betreuer*innen. Wir achten die Würde des Menschen und nehmen ihn zu jeder Zeit als Person ernst. Diese Haltung erfordert Wahrhaftigkeit im Umgang mit den Kranken, die wir als Gleichberechtigte und Vorangehende respektieren.
Wir würdigen den religiösen, weltanschaulichen und nationalen Hintergrund der Personen, die wir begleiten und betreuen. Deshalb drängen unsere Hospizbegleiter*innen ihre eigenen Überzeugungen nicht auf, verleugnen sie aber auch nicht, wenn sie danach gefragt werden.